Der Reedsee in Gastein – Herausfordernde Wanderung, traumhafte Kulisse

Wenn Ihr das echte Gasteiner Abenteuer sucht, solltet Ihr Euch die Wanderung zum Reedsee nicht entgehen lassen. Der Reedsee, versteckt auf 1.831 Metern Höhe im Nationalpark Hohe Tauern, gilt als einer der schönsten Bergseen der Region – und als echtes Naturjuwel, dessen Faszination und Magie man sich „verdienen“ muss. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll, aber genau das macht diese Tour so besonders. Meine Mama sagte zu mir „Als ich mit Deinem Vater in den 70er Jahren beim Reedsee war, dachte ich, wir kommen da niemals an, die Steinstufen schienen endlos, aber als wir am See oben angekommen waren, wurden wir belohnt mit einem wunderschönen Anblick, der seinesgleichen sucht. Ein unvergessliches Erlebnis.“

Der Weg zum Naturjuwel

Startpunkt ist meist das idyllische Kötschachtal beim ehemaligen Hoteldorf „Grüner Baum“ in Bad Gastein. Zunächst folgt man einer breiten Forststraße am Bach entlang, durch Wiesen und dichten Bergwald. Nach etwa einer halben Stunde wartet die legendäre Himmelwandhütte für eine kurze Stärkung bevor der Anstieg beginnt. Über eine kleine Holzbrücke geht es rechts ab und der Weg gewinnt spürbar an Steigung. Nun heißt es: Trittsicherheit, Kondition und gutes Schuhwerk beweisen!

Über gut 800 Höhenmeter steigt der Pfad teilweise steil an, führt über Wurzeln und Felspassagen. Immer wieder blitzen zwischen den Lärchen und Felsen atemberaubende Ausblicke ins Gasteinertal und auf die Gipfel der Tischlergruppe hervor. Im Sommer kann man am Wegesrand wilde Heidelbeeren und Preiselbeeren pflücken, im Herbst taucht die Natur in goldenes Licht. Macht immer wieder eine ohnehin notwendige Verschnaufpause und genießt dabei die wunderbare Aussicht und die herrliche Gasteiner Bergluft.

Alternativroute:

Eine Alternativroute führt von der Bergstation des Graukogels über den Zirbenweg zum Palfnersee (das allein wäre schon eine wunderschöne und etwas weniger anstrengende Wanderung). Der Palfnersee eignet sich für einen Jausenstopp mit wunderbarem Blick auf den See, bevor es dann hoch zur Palfnerscharte geht. Von dort geht es runter zum Reedsee ebenfalls immer mit wunderbarem Ausblick in die Gletscherlandschaft.

Das Ziel: Der Reedsee

Nach etwa drei Stunden steht man plötzlich vor einem Bild wie aus einem Bergmärchen: Der Reedsee liegt spiegelglatt in einer Lichtung, umgeben von mächtigen Gipfeln, die sich im glasklaren Wasser spiegeln. Hier, auf knapp 1.840 Metern, entfaltet sich eine einmalige Ruhe. Kein Autolärm, keine bewirtete Hütte und ansonsten nur das Plätschern des Wassers, das Rauschen der Baumwipfel und die Sonne, die sich auf der Wasseroberfläche spiegelt.

Ein schmaler Pfad führt auf die andere Seeseite zu einer kleinen, urigen Hütte (nicht bewirtschaftet), die man vom Alpenverein für Übernachtungen mieten kann. Dann geht’s an das Genießen der mitgebrachten Jause, Batterien aufladen. Trinkt unbedingt vom glasklaren Wasser aus dem See. Ich persönlich lege mich gern ein wenig ins Gras, entspanne in der Sonne und genieße die Stille.

Anforderungen & Tipps

Die Wanderung ist anspruchsvoll und für Einsteiger oder ungeübte Wanderer nur bedingt geeignet. Es müssen rund 800 Höhenmeter und insgesamt ca. 12–13 Kilometer bewältigt werden, reine Gehzeit etwa fünf Stunden, für ungeübte deutlich mehr. Der Weg ist kein Spaziergang und der Muskelkater wird Euch am nächsten Tag noch intensiv an die Tour erinnern….
Feste Wanderschuhe, genügend Proviant und ausreichend Wasser sind ein Muss, denn am Reedsee gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten. Besonders im Sommer empfiehlt sich ein früher Start wegen der Sonne und möglicher Gewitter. Bitte sprecht gern auch mit Einheimischen, bevor Ihr zu dieser Tour startet. Nach meiner Erfahrung ist die Einschätzung der Einheimischen goldwert.

Im September und Oktober ist der Reedsee ein Geheimtipp für Herbstwanderer – dann leuchtet die Natur besonders intensiv und das Panorama ist spektakulär. Schaut Euch meine Fotos an, sie sind von einer Wanderung im September.

Fazit: Magie, die man sich erwandert

Die Wanderung zum Reedsee ist eine sportliche Herausforderung, aber jede einzelne Anstrengung wert. Wer sich Zeit für die Umgebung, die Ausblicke und die Stille am See nimmt, wird belohnt mit bleibenden Eindrücken und dem Gefühl, ein echtes Naturwunder gefunden zu haben. Hier erlebt Ihr die pure Schönheit des Gasteinertals – rau, still und wunderbar ursprünglich.

Mein Tipp:
Packt die Kamera und eine leckere Jause ein, plant Pausen für die Natur ein und gönnt Euch am Ende als Belohnung einen Strudel in der Himmelwandhütte – so bleibt dieser Tag unvergesslich!

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