Der Gasteiner Höhenweg (Martin Lodinger Weg)

Der Gasteiner Höhenweg ist ein leichter, aussichtsreicher Panoramaweg rund 100 Meter über dem Talboden, der Bad Hofgastein und Bad Gastein auf etwa 1.000 Metern Höhe miteinander verbindet. Für mich ist dieser Weg immer der perfekte Einstieg in den Urlaub, wenn ich noch nicht ganz mit der Höhe akklimatisiert bin am ersten Urlaubstag.

Seine Besonderheiten liegen in der Mischung aus spektakulärer Gadaunerer Schlucht, historischem Stollen, sonnigen Wiesenpassagen und ständigem Blick ins Gasteinertal.

Der Höhenweg folgt über weite Strecken einer nahezu konstanten Höhenlinie um 1.000 Meter. Dadurch verläuft er fast ohne große Steigungen zwischen Bad Hofgastein und Bad Gastein und ist auch für weniger geübte Wanderer und Familien gut geeignet. Mittlerweile säumen auch einige Toiletten den Weg, was für so manche „Notsituation“ durchaus hilfreich ist.

Landschaftlicher sowie seit Kindertagen mein persönlicher Höhepunkt ist die Gadaunerer Schlucht, die als Naturdenkmal des Landes Salzburg unter Schutz steht. Hier hat der Gasteiner Bach eine tiefe, enge Schlucht in den Felsen geschnitten, deren steile Wände aus nächster Nähe erlebbar sind. 2024 wurde die Gadunerer Schlucht zum schönsten Platz Österreichs gekürt als Teil der ORF Serie 9 Plätze – 9 Schätze. Übrigens völlig zu Recht, wenn Ihr mich fragt.

In der Gadaunerer Schlucht durchquert man den „Katharinastollen“, ein in den Felsen gesprengter Tunnel, der die sichere Durchquerung der Schlucht ermöglicht. Er ersetzt frühere Brücken, die in der engen Schlucht immer wieder von Unwettern zerstört wurden. Früher hingen Spiegel im Stollen, die zur Orientierung dienen sollten, ich kann mich gut erinnern, wie meine Oma einmal beinahe in den Spiegel gelaufen wäre, weil man vom hellen Sonnenlicht in den dunklen Stollen kam und sich erstmal orientieren musste.

Heute führt ein beleuchteter Tunnel direkt unter einem Wasserfall hindurch und eröffnet dabei eindrucksvolle Blicke vor und hinter den fallenden Wassermassen. Seit kurzem befindet sich auch ein Knappe aus Marmor im Tunnel, der über die Schlucht wacht.

Besonders auffällig sind die geologischen Besonderheiten: In den Felswänden finden sich pyritführende Gesteine, an denen sich weißliche und gelbliche Sulfatausblühungen bilden – im Volksmund wirken die Steine, als würden sie „blühen“. Diese geologischen Effekte, kombiniert mit Wasserfall, Fels und Wald, machen die Schlucht zu einem ungewöhnlich intensiven Naturraum auf vergleichsweise einfachem Wanderterrain.

Der Gasteiner Höhenweg wurde in den 1930er-Jahren als Martin-Lodinger-Höhenweg angelegt, um auf einer „Tausenderlinie“ komfortabel zwischen den Kurorten zu wandern. Seit seiner Eröffnung 1934 verbindet er Bad Hofgastein und Bad Gastein als Promenadenweg mit Panoramablick – ein Stück Tourismus- und Kurgeschichte im Tal.

Weil er größtenteils sonnseitig und gut ausgebaut ist, eignet sich der Gasteiner Höhenweg nicht nur zum Wandern, sondern wird auch als gemütliche Trailrunning-Runde genutzt. Im Winter ist er allerdings gesperrt.

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls zu Beginn des Wegs in Bad Hofgastein:

Café Gamskar: https://www.gastein.com/service/gastein-von-a-z/detail/infrastruktur/cafe-gamskar-bad-hofgastein/

 als auch gegen Ende kurz vor dem Kötschachtal / Bad Gastein:

Gasthof Gamskar: https://gasthof-gamskar.at/

gesorgt.

Manchmal kann man auf dem Weg bei den Bauern regionale Produkte erstehen, so habe ich dort beispielsweise schon sehr leckeren Honig mitgenommen.

Man kann den Höhenweg von Bad Hofgastein aus gehen, dann hat man einen Anstieg von ca. 200 Höhenmetern und läuft dann gemütlich bis Bad Gastein oder man fährt mit dem Bus nach Bad Gastein und läuft retour. Variante 2 ist entspannter. Die Länge beträgt ca. 7,8 – 8,6km, je nachdem wo man startet.

 

 

1 Kommentar

  1. Das ist toll, vielen Dank für den Tipp.

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